#OMTmeetsSEO – virtuelle SEO-Konferenz 2017~ 9 min.

OMTmeetsSEO - Katjasays.com

Schon zum zweiten Mal fand die Online Konferenz OMT meets SEO vom OMT Club statt. Das heißt 8 Webinare zu SEO-Themen von zahlreichen bekannten Gesichtern/Experten. Auch dieses mal hat Mario Jung ganze Arbeit geleistet und eine spannende Agenda zusammengestellt.

Rankingfaktoren in Zeiten von Deep Learning

Malte Landwehr
Zu Beginn ist Malte auf ein paar der gängigen Rankingfaktoren eingegangen:

  • UX: eine höhere Anzahl an Bulletpoints ist tendenziell besser
  • Social Signals: mehr Interaktionen auf Facebook sind besser, allerdings kein Rankingfaktor
  • Backlinks: gut rankende URLs/Domains haben mehr Backlinks (verliert allerdings an Gewicht)
  • Content: Keyword im Title nicht mehr notwendig, da Google nun Themen erkennt

Starre Rankingfaktoren sind tot, mittlerweile muss man sich flexibel an Gegebenheiten anpassen, da auch Google ständig an der Optimierung seiner Algorithmen arbeitet. Malte glaubt, dass heutzutage folgende drei Faktoren noch Einfluss auf das Ranking haben:

  1. ORT als Faktor: Leute an bestimmten Orten suchen mit anderen Suchanfragen/-intentionen
  2. BRANCHEN haben verschiedene Faktoren: z.B. mehr Listen bei Gesundheitsbranche (Inhaltsstoffe, Symptome, …), lokale TLD bei ecommerce benötigt
  3. MOBILE Faktoren unterscheiden sich von denen auf Desktop: andere Fragen durch Nutzer, schnelle Antwort für jetzt vs. ausführliche Antworten, unterschiedliche Länge der Texte, voice search

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Marketing Automation & Content Marketing

Julian Dziki
Wenn man einen Newsletter an User verschickt, sollte man versuchen, möglichst viel über deren Verhalten in Newslettern herauszufinden, um ihnen gezielt Inhalte schicken zu können. Diese Informationen kann man dann clustern und bewerten und mit Triggern für automatisierte Mailings versehen. Man sollte Inhalte gezielt an User schicken, zu Themen, die diese interessieren. Es gibt folgende drei Stufen bei diesem Prozess:

  1. Nurturing (Abonnenten haben noch kein Interesse): neben dem eigentlichen Newsletter, kann man dem Nutzer x Tage nach der Anmeldung einen besonderen Inhalt schicken und auch weiterhin „Best Of“ Inhalte regelmäßig zwischendurch schicken, um ihn anzufixen
  2. Scoring (Punkte verteilen für Aktionen): man kann Punkte geben für Leute, die in einem Newsletter klicken, oder sogar noch tracken, zu welchem Thema das geklickte Element gehört
  3. Trigger (wenn…, dann… Abfolgen): Ketten von Mails bilden, die zu einer bestimmten Zeit an einen Nutzer geschickt werden, z.B. wenn ein Nutzer im Scoring x Punkte erreicht, dann soll ihm nach 24h eine Mail zum Thema y geschickt werden oder sogar ein Verkaufsangebot

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Technical SEO 2017

Bastian Grimm
Bastian hat darüber gesprochen, auf was man im Jahr 2017 als SEO achten sollte.

hreflang

Hreflang ist da, um Sprachen und Sprachräume voneinander abzugrenzen. Man sollte darauf achten, dass es richtig umgesetzt ist und seine Rankings/Sichtbarkeit nach dem Einbau im Auge behalten, um ggf. noch Anpassungen in der Auszeichnung machen zu können.

Rich Snippets / Rich Cards

Es gibt immer mehr Seiten, die schema.org Auszeichnungen auf ihrer Seite einbauen und davon auch noch immer mehr auf einer Seite. Die Basis von Rich Cards sind schema.org Auszeichnungen im JSON-LD Format und es gibt sie momentan für Rezepte, Events, Produkte und Reviews. Man kann sie sich in der Search Console anschauen und das Structured Data Testing Tool nutzen, um sie zu testen.

AMP

Accelerated mobile pages sind, wie der Name schon sagt, performancegetrieben. Sie sind rund 5,7 Mal schneller als herkömmliche mobile Seiten. Google sagt, dass es AMP Versionen einer Seite einer mobilen Version vorzieht. Allerdings sollte man vor der Umsetzung bedenken, dass nur 3% der AMP Nutzer auf die nicht AMP Variante der Website gehen.

HTTPS & HTTP/2

Immer mehr Seiten haben heute HTTPS. Das ist nicht verwunderlich, da es dem Nutzer Vertrauen und Sicherheit gibt. Außerdem werden Webseiten mit sensiblen Daten als „nicht sicher“ gelabelt, wenn sie noch mit HTTP laufen und demnächst werden vielleicht alle HTTP-Seiten als „nicht sicher“ gekennzeichnet. Wenn man HTTPS und HTTP/2 kombiniert, erlangt man Performance-Vorteile.

Schnelligkeit

Die Schnelligkeit einer Webseite ist essentiell, denn sie kann unter Umständen Conversions kosten und Nutzer verschrecken. Verschnellern kann man eine Seite z.B. mit Minifizierung, Bilder-Optimierung, Caching-Komprimierung etc. und sich dabei nicht nur auf die Page Speed Insights von Google verlassen, sondern auch auf Webpagetest.org schauen.

Crawl Gaps

Das Crawling kostet Ressourcen und daher sollte man sein Crawl-Budget optimieren, um Google bestmöglich über seine Seite zu schicken. Das kann man z.B. machen, indem man einen Vergleich zieht zwischen den Seiten im WebCrawl, in der Sitemap, in Analytics und in den Server Logs und dabei dann Diskrepanzen aufdecken.
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Onpage SEO Maßnahmen und Erfolgsbetrachtung

Jens Fauldrath
Der ideale Ablauf eines Nutzers von seiner Suche bis zum Kauf sieht wie folgt aus: Jemand sucht etwas bei Google, sieht eine Seite oben im Ranking und das dazugehörige Snippet, geht auf die Seite und konsumiert deren Inhalt und macht schließlich eine Konversion. Damit dies möglich ist, muss man immer wieder verschiedene Maßnahmen durchführen, um seine Seite zu verbessern und dabei sicherstellen, dass man diese auch irgendwie messen kann, um ihren Erfolg beurteilen zu können. Ein wichtiger Punkt, damit sich der Nutzer auf der Seite zurecht findet, ist die Informationsarchitektur. Der Nutzer soll direkt sehen wo er ist und ob er auf der Seite das findet, was er eigentlich sucht. Dafür muss man den Aufbau des Templates und die Navigationsstruktur bestmöglich gestalten. Besonders sollte man dabei seine Longtail-Optimierung durchführen und seine Maßnahmen am besten nach Segmenten auswerten. Dafür kann man die Google Search Console Daten z.B. nach Suchanfragen oder auf Basis der URL clustern und sich verschiedene Engagement-Größen wie die Klicks, die CR oder die Absprungrate anschauen. Damit auch Google sich gut auf der Seite zurecht findet, sollte man eine Index-Bereinigung durchführen. Damit wirft man Seiten, die nicht performen, aus dem Index, um den Fokus auf gute Seiten zu lenken und damit mehr Sichtbarkeit zu generieren. Um sich die Effizienz seiner Anpassungen anschauen zu können, kann man sich das Verhältnis zwischen der Anzahl der URLs mit Impressions bzw. Klicks und der Anzahl der indexierten URLs ansehen.
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Dein Analytics belügt dich

Michael Janssen
Michael hat in seinem Webinar 9 Fehler herausgestellt, die ihm im Bezug auf Analytics im Kontakt mit Unternehmen auffallen:

  1. Ich weiß schon alles: Man sollte sich immer auf dem neuesten Stand halten und weiterlernen, denn es gibt immer wieder Änderungen.
  2. Werte werden nicht hinterfragt: Manchmal gibt es fehlerhafte Daten, denen man auf den Grund gehen soll. Wenn man bspw. das Snippet zwei Mal einbindet, kann eine viel zu niedrige Absprungrate die Folge sein.
  3. AnonymizeIP funktioniert nicht: Man sollte die Regeln laut dem Düsseldorfer Kreis beachten und das Schnipsel an der richtigen Stelle im Code einfügen.
  4. zu viele Direktbesuche: Viele Links werden nicht getrackt und daher zum direkten Kanal hinzugezählt. Dazu gehören: Klicks aus Apps/einigen Mailprogrammen, PDF und Word und auch wenn jemand von einer HTTPS Seite auf eine HTTP Seite kommt, wird der Verweis gelöscht.
  5. Ich kenne nur Google: Es gibt viel mehr Suchmaschinen, die im Verweis-Kanal landen und nicht beim organischen Kanal. Diese sollte man in der Property bei „Quellen der organischen Suche“ eintragen, um seine Zahlen vollständiger zu haben.
  6. eigene Besuche werden nicht ausgeschlossen: Seine eigenen Besuche sollte man ausschließen. Wie genau das geht, kann man hier nachlesen.
  7. Adwords-Brand-Bidding klaut mir die Konversion: Wenn jemand bei Google nach einer Marke sucht, erscheint oftmals ganz oben die SEA-Anzeige. Und wenn er auf diese klickt, wird sein Besuch dem Paid und nicht dem Organic Kanal zugerechnet, was eigentlich nicht richtig ist. Bei der Channelgruppierung kann man daher bei „Markenbegriffe verwalten“ Markenbegriffe anlegen, die dann einem neuen Kanal zugerechnet werden.
  8. Daten der Search Console mit Analytics kombinieren: Das macht keinen Sinn, da es einfach zu viele Abweichungen und Unterschiede gibt. Dazu zählen die Zeitzone, die Berücksichtigung von Filtern, die Anzahl der URLs und die unterschiedliche Definition von Klicks und Sessions.
  9. Ziele: Ziele müssen definiert werden, da man Analytics ansonsten auch einfach löschen könnte.

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Was kostet SEO und Content Marketing wirklich?

Marco Janck
Marco hat aufgezeigt, wie viel einzelne SEO Dienstleistungen kosten und wie hoch das Honorar von Agenturen und Freelancern ist. Die Übersicht findet ihr in meiner Sketchnote:

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Republishing als SEO-Strategie

Eric Kubitz
Oftmals ist es so, dass nur einige wenige Beiträge den Großteil des Webseiten-Traffics ausmachen. Diese sollten daher unbedingt regelmäßig aktualisiert werden. Insgesamt sollte man sich überlegen, welche URLs der Seite ranken sollen, diese optimieren und dann republishen. So geht man dabei vor:

  1. Welche Seiten sollten ins Inventar kommen?
    • Magazin-Blog-Beiträge
    • Ratgeber, Magazin-Seiten
    • lexikalische Beiträge
    • Produkt-Seiten
    • Kategorie-Seiten mit Text
  2. Wie kann man das Inventar überwachen?
    • organischer Traffic und Sichtbarkeitsindex
    • bezahlter Traffic
    • Social Media Impact
    • CTR, Verweildauer
  3. Auswahl für das Republishing treffen
    • Traffic-Dauerbrenner
    • Wunsch Keywords
    • Social Media Lieblinge
    • Loser Keywords (trafficstark, Position sinkt)
    • Schwellenkeywords (neu auf Position 7-21)
    • URLs mit schlechter CTR
  4. Content optimieren
    • Sinnhaftigkeit checken (passt Keyword noch zur URL)
    • technisch alles ok?
    • was kann/muss aktualisiert werden (z.B. Metadaten, Vorspann/Fazit neu, Absatz einfügen)
    • neue Medien einbauen
    • neue interne Links setzen
  5. URL publishen
    • Datum anpassen
    • in aktuelle Verlinkung (z.B. Startseite, Kategorieübersicht) einfügen
    • in related content aufnehmen
    • auf Social Media teilen
    • in Google Search Console crawlen lassen

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Search Driven Content: So erfüllst du die Suchintention

Artur Kosch
Früher war es so, dass man eine hohe Keyword-Dichte angestrebt hat und zu jedem Keyword einen Beitrag erstellt hat, um mit SEO erfolgreich zu sein. Heutzutage ist es so, dass Google auf semantische Terme achtet und man daher Keywords zu einem Cluster zusammenfügen und Texte nach Themen erstellen kann. Um die Suchintention des Nutzers erfüllen zu können, sollte man sich einige Dinge anschauen. Man sollte den Nutzerbedarf herausfinden. Sucht er nur nach Informationen, sucht er eine Marke, möchte er etwas kaufen oder googlet er einfach nur, um zu einer Seite zu navigieren. Das heißt man sollte die Intention und das Stadium des Nutzers herausfinden. Man kann daher einfach mal verschiedene Keywords bei Google eingeben und schauen, was für Suchergebnisse dort herauskommen, um die Intention besser zu verstehen. Daraus kann man dann auch W-Fragen kristallisieren, die dem Nutzer bei der Entscheidungsfindung helfen. Eine Keyword-Recherche ist ebenfalls immer anzuraten, um Fokus- und Neben-Keywords und dazu passende semantische Terme zu finden. Auch sollte man überlegen, was man eigentlich vom Nutzer möchte. Soll er den Text einfach nur lesen, um sich zu informieren, möchte man einen Lead generieren oder soll vielleicht direkt ein Sale stattfinden. Seine vorhandenen Inhalte sollte man optimieren und aktualisieren. Dies kann mit Hilfe von Listen, Infografiken, Medien, Tabellen, Interviews, etc. machen.

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Ich hoffe, für euch war auch etwas Spannendes dabei, und freue mich schon auf die nächste virtuelle SEO Konferenz.

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